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Mangelnde Hygiene in römischen Bädern

Mainz. Die alten Römer hatten eine ausgeprägte Bäderkultur. Entsprechend gepflegt müssen sie gewesen sein, so das positive Klischee. Wissenschaftler des Instituts für Geowissenschaften der Johannes Gutenberg-Universität Mainz haben bei der Untersuchung von Kalkablagerungen in der Wasserversorgung von Pompeji festgestellt, dass dies nicht immer zutraf. »Die Thermen wurden ursprünglich über tiefe Brunnen samt Hebevorrichtungen versorgt, und die hygie­nischen Bedingungen darin waren alles andere als ideal«, wird die Forscherin Gül Sürmelihindi in einer Pressemitteilung der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz zitiert. Zur Rekonstruktion der Verhältnisse in den Thermen haben die Wissenschaftler per Isotopenanalyse Kalk­ablagerungen in der berühmten antiken Stadt Pompeji, die im Jahr 79 durch einen Ausbruch des Vesuvs verschüttet wurde, untersucht. Ihren am 12. Januar in PNAS veröffentlichten Ergebnissen zufolge zeigten sich dabei organische Verunreinigungen in dem verwendeten Badewasser, das wohl aus Brunnen stammte und nicht regelmäßig ausgetauscht wurde. Auch fanden sich erhöhte Blei-, Zink- und Kupferkonzentrationen. (jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 20.01.2026, Seite 15, Natur & Wissenschaft

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