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DDR-Traditionsmarke und Fotogroßlabor: Orwo Net ist insolvent

Foto: Jan Woitas/dpa
Vertrautes Logo: Orwo Net produziert Fotodrucke für Direktkunden, Drogerieketten, Handelsmarken und Endkunden

Bitterfeld-Wolfen. Eines der führenden Fotogroßlabore in Deutschland und eine DDR-Traditionsmarke ist insolvent. Die Orwo Net GmbH aus Bitterfeld-Wolfen hat Insolvenzantrag gestellt, wie das Amtsgericht Dessau-Roßlau am Mittwoch mitteilte. Die Verwaltung des Vermögens wurde an einen vorläufigen Insolvenzverwalter übertragen. Das Unternehmen stellt unter anderem Bilder, Fotobücher und Kalender her. Neben der eigenen Produktion arbeitet Orwo auch als Dienstleister für andere Unternehmen, darunter nach eigenen Angaben die »Fotowelt« der Drogeriekette Rossmann. Hintergrund für den Insolvenzantrag seien aufgelaufene Verluste des Unternehmens im Zuge einer schwierigen Marktsituation und schwächerer Umsatzerlöse, teilte Insolvenzverwalter Christian Heintze mit. Der Versuch einer außergerichtlichen Sanierung sei zuvor gescheitert. Nach Angaben des Insolvenzverwalters werden die bestehenden Verträge weiterhin erfüllt, und es werden auch neue Aufträge angenommen.

Das Unternehmen blickt auf eine mehr als hundertjährige Tradition zurück. Die Agfa-Filmfabrik entwickelte den ersten Farbfilm der Welt. In der DDR wurde das Unternehmen zu Orwo (Original Wolfen) umbenannt und belieferte fast den gesamten sozialistischen Wirtschaftsraum mit Filmen. Nach einer Insolvenz vor mehr als 20 Jahren entstanden Pixelnet und Orwo Media, die ebenfalls Pleite gingen. Aus der Insolvenz gründete eine Unternehmergruppe 2003 die Orwo Net. Derzeit beschäftigt das Unternehmen 244 Mitarbeiter. In der DDR arbeiteten etwa 15.000 Menschen für die Filmfabrik. (dpa/jW)

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Erschienen am 27.03.2025, Kapital & Arbeit

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