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Taliban schotten Frauen noch mehr ab

Kabul. Die Taliban in Afghanistan haben per Dekret den Einbau von Fenstern in Wohnhäusern verboten, durch die von Frauen genutzte Bereiche einzusehen wären. Neubauten sollen demnach keine Fenster haben, durch die man »den Hof, die Küche, den Nachbarsbrunnen und andere Orte, die gewöhnlich von Frauen benutzt werden«, sehen kann. Die neue Vorschrift wurde von Taliban-Anführer Hibatullah Achundsada am Sonnabend per Dekret erlassen, wie Regierungssprecher Sabihullah Mudschahid mitteilte. »Frauen bei der Arbeit in der Küche, im Hof oder beim Wasserholen aus dem Brunnen zu sehen, kann zu obszönen Handlungen führen«, heißt es in dem Erlass. Lokale Behörden und andere entsprechende Abteilungen müssen demnach Baustellen überwachen, um sicherzustellen, dass nicht in die Nachbarhäuser geschaut werden kann. Bei bestehenden Fenstern sollen die Besitzer den Angaben zufolge ermutigt werden, eine Mauer zu bauen oder die Aussicht zu blockieren, »um Belästigungen der Nachbarn zu vermeiden«. Die UNO spricht im Zusammenhang mit der frauenfeindlichen Politik von »Geschlechterapartheid«. (AFP/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 03.01.2025, Seite 15, Feminismus

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