Zum Inhalt der Seite
Evolution

Hominoiden: Gründe für den Schwanzverlust

New York. Der gemeinsame Vorfahre von Menschenaffen und Menschen besaß ihn noch. Wir aber nicht mehr. Die Frage aller Fragen lautet: Warum haben unsere Aszendenten vor rund 25 Millionen Jahren ihren Schwanz verloren? Das könnten nun Bo Xia von der NYU Langone Health in New York und ihre Kollegen herausgefunden haben, wie sie in der Fachzeitschrift Nature berichten. Auf Mutationen in jenen Genen, die bei anderen Primaten mit der Entwicklung des Schwanzes verknüpft sind, stießen die Forscher dabei nicht. Fündig wurden sie woanders. Sie entdeckten im Erbgut von Menschenaffen und Menschen einen kleinen DNA-Einschub, der bei schwanztragenden Affen nicht vorhanden ist. In Versuchen mit Mäusen zeigte sich, dass der Einbau eines solchen DNA-Einschubs auch bei den kleinen Nagern für verkürzte oder fehlende Schwänze sorgte. Der Mechanismus mag damit erklärt sein. Warum aber konnte sich diese Mutation in der Stammeslinie der Menschenaffen und Menschen durchsetzen und erhalten? Was war der Vorteil? Ein möglicher Grund ist der Wandel des Lebensraums und der Lebensweise unserer Vorfahren: Als die dichten Wälder Afrikas sich zur Savanne wandelten, kletterten sie seltener und begannen, aufrecht zu laufen. Die einst für den Schwanz nötigen Muskeln könnten ihnen dabei geholfen haben, ihr Becken aufzurichten und stabiler aufrecht zu stehen – so eine Hypothese. Dem widersprechen jedoch Studien, nach denen ein Schwanz dafür sogar günstiger gewesen wäre. (jW)

junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 05.03.2024, Seite 15, Natur & Wissenschaft

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!