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23.02.2024, 19:23:49
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Spanien: Fahndung nach Sohn des Präsidenten von Äquatorialguinea
Madrid. Die spanische Justiz hat Carmelo Ovono Obiang, einen Sohn von Äquatorialguineas Langzeitpräsidenten Teodoro Obiang Nguema, international zur Fahndung ausgeschrieben. Dasselbe gelte für zwei weitere Regierungsmitglieder des kleinen afrikanischen Landes, teilte die Pressestelle des Staatsgerichtshofs in Madrid am Freitag mit. Die Namen der beiden anderen zur Fahndung ausgeschrieben Personen wurden in der Mitteilung nicht genannt. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Europa Press handelt es sich um den Minister für nationale Sicherheit, Nicolas Obama Nchama, sowie den Vizegeneraldirektor für die Sicherheit des Präsidenten, Isaac Nguema Ondo.
Spaniens Justiz ermittelt gegen die drei wegen des Verschwindens von vier Mitgliedern der Befreiungsbewegung für Äquatorialguinea – Dritte Republik (MLGE3R). Die jetzt zur Fahndung ausgeschriebenen Gesuchten seien zu Vorladungen nicht erschienen und auch einer Befragung per Videoschalte ferngeblieben, stand in der Mitteilung des Gerichts.
Der 81jährige Obiang Nguema ist seit einem Staatsstreich 1979 an der Macht und gilt als einer der korruptesten Machthaber des Kontinents. Das kleine Land an Afrikas Westküste, das bis zur Unabhängigkeit 1968 eine spanische Kolonie war, ist reich an Öl und Erdgas. Allerdings werde mit den Einnahmen ein verschwenderischer Lebensstil einer kleinen Oberschicht um den Präsidenten finanziert, heißt es in einem Bericht der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch. Die knapp 1,5 Millionen Bewohner Äquatorialguineas gehören zu den ärmsten Menschen der Welt. (dpa/jW)
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