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28.02.20241 Leserbrief
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Moskau: 444.000 verlorene ukrainische Soldaten
Moskau. Wie der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu am Dienstag erklärt hat, soll die ukrainische Armee seit Beginn der russischen Invasion über 444.000 Soldaten verloren haben. Die Ukraine verliere seit Anfang 2024 täglich über 800 Soldaten und 120 verschiedene Rüstungsgüter, sagte Verteidigungsminister Sergej Schoigu laut der russischen Nachrichtenagentur TASS. Ganz anders die Darstellung Kiews: Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij hatte am Sonntag das erste mal offizielle Opferzahlen seiner Streitkräfte veröffentlicht. Demnach kamen bislang 31.000 Soldaten ums Leben. (jW)
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Onlineabonnent*in Marcus B. 29. Feb. 2024 um 02:22 UhrMit diesen Zahlen ist nicht nur wegen der Quellen Vorsicht geboten. Wenn Schoigu von Verlusten spricht, sind damit Gefallene und schwer Verwundete (Invaliden) gemeint (https://kurzelinks.de/2srs): »He did not break down casualties into killed and wounded soldiers«, was bedeutet, dass beide Kategorien als Verluste gezählt werden – in dieser Meldung fehlt lediglich der, sonst übliche, explizite Hinweis Schoigus, dass dem so ist; eine genauere Aufschlüsselung gab es noch nie. Für das Militär ist es irrelevant, ob das nun Tote oder Verwundete sind; sie fallen als Kombattanten aus, nur das zählt. Wenn Selenskij dann sagt, dass 31.000 ums Leben gekommen sind, steht das somit nicht unbedingt im Widerspruch dazu, obwohl ich die Zahl für viel zu klein halte. Das ist halt Ukrainophrenie (ähnlich Russophrenie); Russland ist in allen Belangen haushoch überlegen: Artillerie inkl. Munition, Luftwaffe mit fetten Bomben, wie sie kürzlich auf Awdijiwka niedergingen, Präzisionsraketen satt etc. pp. Des Weiteren muss man krampfhaft und schon vorgestern 500.000+ (mittlerweile war schon von 600.000 die Rede) Bürger zum Wehrdienst mobilisieren, die motivierten, weil antirussischen, sind längst alle tot (lt. diversen Aussagen von Militärs und Politikern) oder verstümmelt (40.000+ Prothesenpatienten bereits Anfang/Mitte '23). Aber gleichzeitig soll Russland ungleich höhere Verluste haben. Matheaufgabe: 600.000 / (2*365). Bingo! Der Rundungsfehler ist geschenkt. Mir scheint, dass Russland ob der Aussichtslosigkeit eines Gegenpropagandakriegs (Putin im Carlson-Interview), die Strategie der Ehrlichkeit gewählt hat. Müsste man lügen, schweigt man lieber, aber was man öffentlich sagt, ist nach bestem Wissen die »Wahrheit« aus der eigenen Perspektive. Es gibt auch schon Memes dazu: Zwei russische Soldaten feiern den Sieg; einer ist etwas betrübt; der andere: »Warum?«; Antwort: »Weil wir den Propagandakrieg verloren haben.«
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