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Sammler und Jäger

Laramie. Wenn der Koch und Gastronom Nusret Gökçe das erfährt, hört er vielleicht auf, sie wie ein Urmensch zu benehmen. Das geläufige Bild von prähistorischen Menschen, die sich zum großen Teil von Fleisch ernährten, scheint nicht zu stimmen. In Jäger- und Sammlerkulturen soll pflanzliche Nahrung eine große Rolle gespielt haben, womöglich gar eine größere als der Verzehr von Fleisch. Diese Schlussfolgerung ergibt sich aus chemischen Analysen von bis zu 9.000 Jahre alten Menschenknochen aus Fundorten in Peru, genauer dem Altiplano, einer im Mittel 3.700 Meter über dem Meeresspiegel liegenden Hochebene in den Anden. Durchgeführt wurden die Untersuchungen von einem Forschungsteam um Randall Haas von der University of Wyoming, die Publikation erfolgte in der multidisziplinären Fachzeitschrift Plos one. Durch Ermittlung von Anteilen verschiedener Isotope desselben Elements gelangten die Forscher zum Schluss, dass die Menschen, deren Überreste untersucht wurden, zwischen 70 und 95 Prozent pflanzliche Nahrung zu sich genommen hatten. Insgesamt wurden die Knochen von 24 Menschen untersucht, deren Lebenszeitraum zwischen 6.500 bis 9.000 Jahre vor heute liegt. (jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 30.01.2024, Seite 15, Natur & Wissenschaft

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  • Onlineabonnent*in Marcus B. 31. Jan. 2024 um 03:00 Uhr
    Wusst’ ich es doch! Mir war diese Paleodiätpropaganda mit ihrem Fleischfokus schon immer suspekt. Es ergibt natürlich auch viel mehr Sinn, Essen zu sammeln als es zu jagen. Letzteres ist erstens anstrengend und zweitens sehr gefährlich; ruckzuck ist man selbst Gejagter, wenn man kein Schießeisen hat. Filmempfehlung: Alpha, wo eine plausible Geschichte zu den Anfängen der Domestikation des Hundes, damals noch reinrassiger Wolf, erzählt wird. Menschen haben quasi in Kooperation mit Wölfen Büffel gejagt. Aber manchmal haben Wölfe halt auch Menschen gejagt – leichtere Beute, wenn unbewaffnet.
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