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Polen: Aktivistin wegen Unterstützung verurteilt

Warschau. Eine polnische Aktivistin ist wegen Beihilfe zum Schwangerschaftsabbruch von einem Gericht in Warschau zu gemeinnütziger Arbeit verurteilt worden. Justyna ­Wydrzynska, die eine schwangere Frau mit einem Medikament zum Abbruch versorgt hatte, wurde »der Hilfeleistung schuldig gesprochen«, wie die Organisation Abortion Dream Team, deren Mitgründerin Wydrzynska ist, am Dienstag auf Twitter erklärte. Zur Strafe solle sie nun »acht Monate gemeinnützige Arbeit mit 30 Stunden pro Monat« ableisten. Im Jahr 2020 hatte sich die betroffene Schwangere an die Organisation gewandt. Während die Frau auf ein Paket mit dem Medikament wartete, rief ihr Mann die Polizei, die die Pillen beschlagnahmte und eine Untersuchung einleitete. Die Frau erlitt eine Fehlgeburt. Abortion Dream Team hat nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr 44.000 Abbrüche ermöglicht. Jede Beendigung einer Schwangerschaft ist in Polen verfassungswidrig. (AFP/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 17.03.2023, Seite 15, Feminismus

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