-
10.01.2023
- → Feuilleton
Zahlen lügen nicht
Oje, das hatte er bestimmt nicht erwartet, dass er, der von allen Beschissene, vom großen Bruder verprügelte, vom Vater mit kaltem Herz erzogene, dem Pöbel zum Fraß Vorgeworfene, in der Gunst seiner Landsleute auf ein Rekordtief rutschen würde. Dabei hat er in seinem unbedingt lesenswerten Buch »Reserve« nur die reine Wahrheit gesagt. Tja, will wohl keiner hören: 64 Prozent der Befragten haben jedenfalls laut Meinungsforschungsinstitut Yougov am Montag eine sogenannte negative Meinung von Prinz Harry (38). Nur ein Viertel sieht den jüngeren Sohn von König Charles III. demnach in einem guten Licht. Im November vergangenen Jahres waren es noch knapp 40 Prozent gewesen. Zahlen lügen nicht, Harry.
Die Umfrage fand am 5. und 6. Januar statt, als Details aus Harrys Memoiren nach und nach an die Öffentlichkeit kamen. Noch unbeliebter ist freilich seine Frau Herzogin Meghan (41). Beide sind seit ihrem Ausscheiden aus dem engeren Kreis der Royals und dem öffentlich ausgetragenen Streit mit den anderen Familienmitgliedern immer weiter auf der Beliebtheitsskala abgerutscht. Selbst bei jungen Menschen (zwischen 18 und 24 Jahren) ging die Zustimmung deutlich zurück. Was los, Boys and Girls, weich geworden? Harry hat 25 Taliban weggeballert, Kokain geschnupft, Papa angeschrien. Ist das nix?
Auch die Beliebtheit des Königshauses scheint – wer hätte es gedacht? – von der Familienfehde nicht unberührt zu bleiben. Der Anteil der Menschen, die ein positives Bild von der Monarchie haben, sank laut Yougov seit vergangenem November um sechs Punkte auf 54 Prozent. Der Anteil der Monarchiegegner stieg hingegen im gleichen Zeitraum von 30 auf 35 Prozent. Schlimme Sache? Geht so. Ein Pickel am Hintern – das wäre schlimm. (msa)
Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0,0
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!