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Post erwägt Aufpreis für Briefe

Bonn. Die Deutsche Post will ihre Profite weiter steigern und erwägt einen möglichen Aufschlag für die schnellere Zulieferung von Briefen. »Wir sollten überlegen, ob wir den Kunden die Wahl der Laufzeiten überlassen«, sagte Nikola Hagleitner, die in dem Konzern für Briefe und Pakete zuständig ist, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom Mittwoch. »Sie könnten dann entscheiden, ob ihnen eine besonders schnelle Zustellung einen Aufpreis wert ist oder ob die Briefe auch etwas länger unterwegs sein dürfen.« Die Post brauche mehr »Flexibilität«, sagte Hagleitner weiter. »Die starren Laufzeitvorgaben halten wir in der Ära der elektronischen Kommunikation für nicht mehr zeitgemäß.«

Derweil häufen sich bei der Post die Beschwerden wegen verspäteter oder verschwundener Briefe und Pakete. Im November sind rund 7.000 Post-Beschwerden eingegangen, teilte die Bundesnetzagentur am Sonntag mit. Das waren weniger als im Oktober, als rund 9.400 Beschwerden bei der Behörde landeten, aber mehr als im September (5.000) sowie im Juli und August (zusammengerechnet 6.500). (dpa/jW)

junge Welt

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Erschienen in der Ausgabe vom 08.12.2022, Seite 5, Inland

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  • Reinhard Hopp aus Berlin 8. Dez. 2022 um 10:33 Uhr
    Allein schon dieser dreiste Vorschlag: Was für eine Frechheit und Respektlosigkeit gegenüber dem Kunden! Was bei der Kaiserlichen Reichspost einst eine Frage der Ehre und geradezu selbstverständlich war, ist im Zeitalter von High Tech und KI nunmehr ohne zusätzliches Porto angeblich weder mehr möglich noch weiter zumutbar. Das ist in etwa so, als wenn man in einem Restaurant vor die Alternative gestellt würde, das bestellte Essen entweder erst nach einer Stunde oder bereits nach 15 Minuten zu erhalten. Im zweiten Fall dann jedoch nur gegen einen gehörigen Preisaufschlag. – Ich drehe noch durch! In welch einem Land und in welch einer Zeit sind wir inzwischen angekommen?
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