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Documenta 15

Ein Stück Klebeband

Die Aufregung um Antisemitismusvorwürfe gegen die Documenta 15 in Kassel hält weiter an. Den nächsten Versuch eine Skandalisierung unternimmt nun das Junge Forum der Deutsch-israelischen Gesellschaft: Die Ausstellungsleitung habe ein antisemitisches Bildelement einfach überklebt, behauptete der Bundesvorsitzende Constantin Ganß laut Pressemitteilung vom Dienstag: »Es ist unfassbar, dass Verantwortliche bei der Documenta denken, durch das Abkleben einer Kippa sei das Problem gelöst.« Das Bild »All Mining is Dangerous« des indonesischen Kunstkollektivs Taring Padi, dessen Banner »People’s Justice« im Mittelpunkt des Skandals steht, zeigt vier Personen mit Geldsäcken. Eine Person ist mit langer Nase und wulstigen Lippen abgebildet, deren Kopfbedeckung, laut Forum eine Kippa, mit einem schwarzen Stück Klebeband überklebt wurde. Die Darstellung sei »offen antisemitisch«, erklärte Ganß, Taring Padi müssten von der Documenta ausgeschlossen werden. Die Documenta teilte auf dpa-Anfrage mit, die Künstlerische Leitung werde das Bildmaterial unter Beteiligung Taring Padis mittels umfangreichen Materials und bildlicher und textlicher Darstellungen erläutern, sowie auch die Veränderung erklären. Nach Ansicht des Kuratorenkollektivs Ruangrupa und Taring Padis sei die kritisierte Darstellung nicht antisemitisch. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 18.08.2022, Seite 10, Feuilleton

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