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Türkei: Wirtschaftsverbände lehnen neue Kreditvorschriften ab

Foto: REUTERS/Umit Bektas/File Photo
Notenbank-Gouverneur Sahap Kavcioglu (l.) und Präsident Recep Tayyip Erdogan am 8. Juni in Ankara

Ankara. Neue Kreditregeln in der Türkei sorgen für einen Streit zwischen der Zentralbank und Wirtschaftsverbänden. Notenbank-Gouverneur Sahap Kavcioglu wies am Dienstag die Kritik eines Verbands zurück und verteidigte die neuen Vorschriften. Diese würden günstige Finanzierungsbedingungen für Exporteure schaffen. »Was wir alle tun müssen, ist sicherzustellen, dass diese Kredite zielgerichtet sind und die gesündesten und richtigen Unternehmen erreichen«, sagte Kavcioglu bei einem Treffen mit der Türkischen Union der Kammern und Börsen (TOBB).

Neue Maßnahmen in der Türkei zur Begrenzung der Kreditvergabe an Unternehmen hatten zuletzt für Unmut unter Konzernen geführt. Die Schritte sind Teil der Wirtschaftspläne der Regierung, mit denen das große Leistungsbilanzdefizit des Landes wieder in einen Überschuss überführt werden soll. Bereits am Freitag hatte sich Kavcioglu deswegen die Kritik der Instanbuler Industriekammer ISO anhören müssen.

TOBB-Präsident Rifat Hisarciklioglu merkte nun an, bei einigen Banken werde bei Krediten ein Zinssatz von 30 bis 50 Prozent erhoben. Dagegen liege der Leitzins bei 14 Prozent und die Einlagensätze bei 20 Prozent. »Einige reichen gar keine Kredite aus«, fügte er hinzu. Behörden sollten die Nebeneffekte der Maßnahmen sehen. Durch die hohe Inflation steige der Bedarf an Kapital, erläuterte er.

Die Inflationsrate in der Türkei war im Juni auf mehr als 78 Prozent geklettert – die höchste Rate seit September 1998. (Reuters/jW)

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Erschienen am 03.08.2022, Kapital & Arbeit

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