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Kein Transit über Russland

Regierung will Schwedter Raffinerie über Polen mit Öl versorgen

Foto: Patrick Pleul/dpa
PCK-Raffinerie in Schwedt (21.1.2026)

Berlin/Warschau. Angesichts des von Russland angekündigten Transitstopps für Öllieferungen aus Kasachstan nach Schwedt führt die Bundesregierung Gespräche mit Polen. Es werde geprüft, ob kurzfristig und vorübergehend Ersatzlieferungen über den Hafen Danzig möglich seien, um die Versorgung der PCK-Raffinerie sicherzustellen, teilte das Wirtschaftsministerium von Katherina Reiche (CDU) am Dienstag mit. Die Bundesregierung sei bereit, das Unternehmen bei ‌der Suche nach alternativen Bezugswegen zu unterstützen. Man flankiere die Gespräche eng, auch wenn die Unternehmen selbst die Verträge schlössen. ‌Zu Einzelheiten könne man sich noch nicht äußern. Das Ministerium stehe allerdings in engem Austausch mit dem Land Brandenburg, Rosneft Deutschland, der PCK sowie der Bundesnetzagentur.

Aus Polen kommen dazu verhaltene Signale. Die Infrastruktur des Pipelinebetreibers PERN und des Terminals Naftoport in Danzig verfüge über die technischen Kapazitäten, um Lieferungen abzuwickeln, sagte ein Sprecher des polnischen Energieministeriums der Nachrichtenagentur Reuters. Eine mögliche Erhöhung der Mengen hänge von betrieblichen, logistischen und marktbezogenen Faktoren ab. Jegliche Maßnahmen müssten im Einklang mit geltenden ‌Vorschriften, Marktbedingungen und der übergeordneten Priorität der Energiesicherheit in der Region stehen.

Hintergrund ist die Ankündigung Russlands, den Transit von kasachischem Rohöl ‌zur Raffinerie in ‌Brandenburg ab dem 1. Mai 2026 einzustellen. Die PCK-Raffinerie ist für die Versorgung des gesamten Nordostens Deutschlands einschließlich des Großraums Berlin mit Kraftstoff von zentraler Bedeutung. Das Wirtschaftsministerium betonte, die Versorgungssicherheit in Deutschland sei nicht gefährdet, auch wenn die PCK mit einer geringeren Kapazität fahren müsse. Man werde alle vorhandenen Spielräume ausnutzen. (Reuters/jW)

junge Welt

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Erschienen am 29.04.2026, Kapital & Arbeit

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