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EZB: Banken ignorieren Klimarisiken

Frankfurt am Main. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat 104 Geldhäuser im Euro-Raum einem Klimastresstest unterzogen. Weder auf Extremwetterereignisse noch auf explodierende Kohlendioxidpreise sind die Banken vorbereitet, lautet das Ergebnis. Die Institute müssten »ihre Bemühungen zur Messung und Steuerung des Klimarisikos dringend verstärken«, erklärte EZB-Chefaufseher Andrea Enria bei der Vorstellung der Testergebnisse am Freitag. Lediglich 20 Prozent der Geldhäuser berücksichtigten Klimarisiken als Faktor bei der Vergabe von Krediten. Im Geschäft mit Unternehmenskunden stammten fast zwei Drittel der Erträge aus treibhausgasintensiven Branchen. Für 41 der 104 Banken wurden Negativszenarien wie Hitzewellen oder Überflutungen durchgespielt. Die Kredit- und Marktverluste summierten sich auf 70 Milliarden Euro. Das spiegele »nur einen Bruchteil des tatsächlichen klimabedingten Risikos für die Branche wider«, erklärte der Vizechef der EZB-Bankenaufsicht, Frank Elderson, am Freitag: »Wir erwarten von den Banken, dass sie entschlossen handeln und kurz- bis mittelfristig robuste Klimastresstests entwickeln.« (Reuters/dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 09.07.2022, Seite 7, Kapital & Arbeit

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