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Bühnenschauspieler ohne Tarifabschluss

Hamburg/Köln. Es wurde wieder nichts. Die Gewerkschaften der Künstlerinnen und Künstler sowie die Gegenseite, der Deutsche Bühnenverein (DBV), haben sich nach langen Gesprächen bei ihren Manteltarifverhandlungen am 1. Juni 2022 zum dritten Mal nicht auf eine angemessene Erhöhung der Mindestgage der NV-Bühne-Beschäftigten einigen können. Das teilten die drei Belegschaftsorganisationen am vergangenen Freitag mit.

An den Verhandlungen nahmen in Köln neben der Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger (GDBA) und der Vereinigung deutscher Opern- und Tanzensembles e. V. (VdO) erstmals auch der Bundesverband Schauspiel e. V. (BFFS) teil. Die Gewerkschaften forderten eine Mindestgage von 2.715 Euro sowie eine Erhöhung der Gagen für Vorstellungen und Proben für abhängig beschäftigte Gäste.

Der DBV hatte nur eine »normative Handlungsempfehlung« an seine Mitglieder für die Zahlung einer Mindestgage in Höhe von 2.500 Euro herausgegeben. Tobias Könemann, Geschäftsführer der VdO: »Es ist dringend geboten, eine verbindliche Tarifierung der Mindestgage zu vereinbaren, die auch den Rechtsträgern die entsprechende Rechtssicherheit gibt, um die hierfür notwendigen finanziellen Voraussetzungen in den Haushalten und Wirtschaftsplänen der Häuser zu schaffen.« Und Lisa Jopt, Präsidentin der GDBA, ergänzte: »Ich bedauere, dass wir keinen Abschluss erreichen konnten (…). Das muss die Theaterschaffenden dazu veranlassen, den Druck zu erhöhen und den Trägern eindringlich unsere extrem reformbedürftigen Beschäftigungsverhältnisse vor Augen zu führen.« (jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 07.06.2022, Seite 15, Betrieb & Gewerkschaft

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