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Lawrow warnt vor Ende des Dialogs mit EU

Foto: Uncredited/Russian Foreign Ministry Press Service/AP/dpa
Russlands Außenminister Sergej Lawrow in Moskau (23.9.2020)

Moskau. Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat mit Blick auf die derzeitige Kampagne der EU gegen Moskau vor einer zeitweiligen Beendigung des Dialogs gewarnt. Die für die Außenpolitik in der EU verantwortlichen Politiker verstünden nicht die Notwendigkeit eines von gegenseitiger Wertschätzung geprägten Gesprächs, sagte Lawrow nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge am Dienstag bei einem Expertenforum.

»Vielleicht sollten wir für eine Zeit einfach aufhören, mit ihnen zu sprechen – vor allem, wenn (EU-Kommissionspräsidentin) Ursula von der Leyen mitteilt, dass mit dem gegenwärtigen russischen Apparat eine geopolitische Partnerschaft nicht gelinge«, sagte Lawrow.

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Laut Außenministerium in Moskau sprach Lawrow am Dienstag auch mit dem EU-Außenbeauftragten Josep Borrell. »Die russische Seite unterstrich, dass die Eskalation antirussischer Gefühle in der EU, die Schaffung neuer Irritationen unter erfundenen Vorwänden eine Normalisierung in Europa nicht erleichtern«, hieß es dazu im Anschluss aus dem russischen Außenministerium laut der Nachrichtenagentur TASS. Unter anderem seien in dem Gespräch drängende internationale Fragen erörtert worden, darunter die Umsetzung der Minsker Abkommen über die Beilegung des Konflikts in der Ukraine, die Beilegung des Konflikts in Berg-Karabach in Übereinstimmung mit der gemeinsamen Erklärung der ausländischen Minister Armeniens, Aserbaidschans und Russlands sowie die Lage in Belarus.

Außerdem gab Borrel das Ergebnis der Sitzung des EU-Außenministerrates vom 12. Oktober bekannt. Das Telefongespräch fand laut TASS auf Initiative der EU statt. (dpa/jW)

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Erschienen am 14.10.2020, Ausland

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