-
24.04.2020
- → Feminismus
Türkei: Amnestie für Mädchen (9) tödlich
Gaziantep. Ein wegen der Coronapandemie in der Türkei amnestierter »unpolitischer« Straftäter hat nach Medienberichten seine neunjährige Tochter umgebracht. Im Zuge des Straferlasses sei auch ein 33jähriger Mann aus Gaziantep freigekommen, der erst im letzten Jahr versucht habe, seiner Ehefrau mit einer Schere die Kehle durchzuschneiden. Nach der Haftentlassung habe Müslüm Aslan nun seine neunjährige Tochter Ceylan zu Tode geprügelt, berichteten am Mittwoch mehrere türkischsprachige Medien, darunter die Tageszeitungen Hürriyet und Sabah. Die in Scheidung lebende Ehefrau des Täters habe ihm erlaubt, die gemeinsamen Kinder ein paar Tage zu sich zu holen. Am Freitag vergangener Woche soll er Ceylan Aslan an den Armen aufgehängt und mit einem Schlauch bewusstlos geschlagen haben – vor den Augen ihrer beiden kleinen Brüder. Vier Tage lang hätten die Ärzte noch um das Leben des Mädchens gekämpft. Müslüm Aslan wurde erneut festgenommen. Da er sich nun wegen eines Tötungsdeliktes verantworten müsse, sei nicht davon auszugehen, dass er nochmals frühzeitig entlassen werde, hieß es. Feministinnen hatten eine Zunahme solcher schweren Gewalttaten in häuslicher Umgebung als Folge dieser Amnestie, von der Oppositionelle explizit ausgenommen waren, bereits befürchtet. (jW)
Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0,0
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!