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Blues

Richtung Zukunft

Christone »Kingfish« Ingram kommt aus Mississippi, das Spiel auf der akustischen und elektrischen Gitarre hat er früh erlernt, intensiv geübt und bereits auf zahlreiche Bühnen gebracht. Im Mai letzten Jahres erschien auf dem Chicagoer Label Alligator Records sein Debütalbum »Kingfish«, das vielseitig in der Tradition des Blues steht – und gleichzeitig in die Zukunft weist. Und obwohl Kingfishs Spiel und Gesang klar im Vordergrund stehen, der Mann hat ja noch eine Band: Tom Hambridge, der das Album mitproduziert hat, an den Drums, Tommy MacDonald am Bass, Keb’ Mo’ und Rob McNelley an weiteren Gitarren.

Durch den Kontrast zu seinen Mitstreitern wirkt der von Kingfish produzierte Sound nachgerade spielerisch, und man lernt einmal mehr, Muddy Waters und Prince in einen gemeinsamen Zusammenhang zu stellen, der eben Blues heißt, exklusiver Ursprung unterschiedlichster Genres und Spielweisen. Kingfish gelingt aber noch mehr: Er vollbringt auf seinem Debüt das irritierende Kunststück, den Blues, obgleich er ihn nahezu klassisch spielt, Richtung Zukunft wirken zu lassen. Diese Form von Afrofuturismus hatte man eher nicht erwartet. Vielleicht sind falsche Hörgewohnheiten schuld. Wie auch immer. Der Typ, der mit seinem tollen Spiel bereits fünf Preise eingeheimst hat, wird am Sonntag 21 Jahre alt. Ganz schön jung.

Christopher Strunz

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Erschienen in der Ausgabe vom 18.01.2020, Seite 10, Feuilleton

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