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70jähriger wegen Mordversuchs angeklagt

Heilbronn. Acht Monate nach einer Messerattacke auf vier Flüchtlinge in Heilbronn steht seit Dienstag ein 70 Jahre alter Deutscher wegen Mordversuchs vor Gericht. Betrunken soll er am 17. Februar auf dem Marktplatz in Heilbronn mit einem Küchenmesser auf vier junge Männer eingestochen haben, die er für Asylbewerber hielt. Es sei ihm nach eigenen Worten darum gegangen, ein Zeichen gegen die Flüchtlingspolitik der Bundesrepublik zu setzen, zitierte ihn die Staatsanwältin am Landgericht Heilbronn in der Anklageschrift. Dabei habe der Angreifer den Tod seiner Opfer billigend in Kauf genommen. Ein damals 17 Jahre alter Afghane wurde schwer verletzt, ein 25jähriger Iraker und ein 19jähriger Syrer erlitten leichte Verletzungen. Der vierte Attackierte wich drei Stichen aus und konnte unverletzt fliehen. Die Kammer hat fünf weitere Termine bis 31. Oktober eingeplant. Es sollen 22 Zeugen gehört werden. Der Angeklagte wurde in Kasachstan geboren, hat den deutschen und den russischen Pass. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 17.10.2018, Seite 15, Antifaschismus

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