Zum Inhalt der Seite

Mit der Hand

Wie wünschenswert ist es doch, eine Zeitung mit Füller und Tinte von Hand zu schreiben, statt stumpf in eine identitätslose Tastatur zu hacken! Das geschieht selbstverständlich nicht in Sauklaue oder Krikelkrakel, sondern in gut lesbarer, elegant geschwungener Schrift. Die Autoren sind gezwungen, ihre Gedanken vor dem Schreiben zu ordnen, zu sortieren und zu klären – durchgestrichen gilt nicht, und wer will schon zweimal zur Feder greifen? Eine Löschtaste gibt es ebensowenig wie Copy and Paste und Korrekturprogramme, die ihren Namen Lügen strafen. Auch jeder halbwegs graphologisch interessierte Leser hätte viel Aufschlussreiches zu entdecken.

Es lebe die eigene Handschrift! Die Lebenszeit, um die Computer mich bislang beraubten, hätte genügt, um mengenmäßig ein Werk von Goetheschen Ausmaßen zu schaffen. Wenigstens eine Probeausgabe sollte versucht werden. Dietmar Koschmieder, geben Sie ihr Plazet!

junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 26.01.2018, Seite 11, Feuilleton

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!