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Ermittlungen und ­Proteste gegen Richter

Lissabon. Nach landesweiten Protesten verteidigt sich ein Richter, der bei einem Prozess Gewalt gegen Frauen im Fall eines Seitensprungs des Opfers gerechtfertigt hatte. »Ich verurteile häusliche Gewalt«, sagte Joaquim Neto de Moura vergangenen Samstag der Zeitung Público. Hunderte Menschen waren am Vortag in Lissabon, Porto und anderen Städten auf die Straße gegangen, um gegen ein von Neto de Moura gefälltes Urteil zu protestieren.

Neto hatte am 11. Oktober am Landgericht Porto die Verurteilung des Exmannes und des Liebhabers einer Frau aufgehoben, die diese 2015 gemeinsam unter anderem mit einem Hammer angegriffen hatten. Die Männer waren in erster Instanz zu 15 bzw. zwölf Monaten Haft sowie zu Geldstrafen verurteilt worden und hatten Berufung eingelegt. Der Ehebruch sei »ein schlimmer Anschlag auf die Ehre und die Würde des Mannes«, hatte Neto seine Entscheidung begründet.

Der Oberste Justizrat Portugals hat unterdessen nach eigenen Angaben Ermittlungen gegen Neto de Moura eingeleitet. Zugleich betonte die Behörde, die Entscheidungen eines Richters seien unanfechtbar. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 03.11.2017, Seite 15, Feminismus

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