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Bildende Kunst

Maletzke gestorben

Der Maler Helmut Maletzke ist am Sonntag im Alter von 97 Jahren gestorben. Der Greifswalder schuf zu DDR-Zeiten zunächst vor allem große Wandgemälde, später dann hauptsächlich Ölbilder und Grafiken. Seit 1953 übernahm er baugebundene Arbeiten, darunter auch die Ausgestaltung von Schiffsneubauten. 1971 gab es in den Worten des Malers ein »Berufsverbotsverfahren des DDR-Regimes« gegen ihn, und zwar wegen »Verbildung des Bewusstseins der Menschen«. Die Ausführung baugebundener Kunst wurde ihm untersagt, er stellte großformatige Ölbilder in Kirchen aus, übermalte 1985 aber auch eine Gedenktafel für Helden des Zweiten Weltkriegs in der Greifswalder Marienkirche, die er zu einem Mahnmal gegen Krieg umgestaltete. 1997 veröffentlichte Maletzke den Roman »Signum B. T.« und gründete die Greifswalder Kunsthalle »Pommernhus«. Anlässlich seines 90. Geburtstags präsentierte der NDR im Oktober 2010 eine 800seitige »Stasiakte«, als »IM Erwin Schreiber« hatte Maletzke demnach von 1961 bis 1989 auch über Künstlerkollegen berichtet. Der Maler gab an, er habe damit Verbesserungen auf kulturellem Gebiet erreichen wollen und die Zusammenarbeit 1977 aufgekündigt, sei jedoch nur teilweise von ihr befreit worden. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 18.10.2017, Seite 11, Feuilleton

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