Zum Inhalt der Seite

Lesetips

Konfliktkulturen

Hagen Lesch vom unternehmernahen Institut der deutschen Wirtschaft (IW) untersucht in einem Beitrag für die – neuerdings im Verlag Barbara Budrich erscheinende – Fachzeitschrift Industrielle Beziehungen die »Konfliktintensität« von Tarifauseinandersetzungen. Er unterscheidet zwischen Verhandlungen, »verbal-formalen« sowie »materiellen« Konflikthandlungen und kommt zu dem Schluss, dass es in den Branchen sehr unterschiedliche Kulturen gibt: Während in der Chemieindustrie allerhöchstens verbal gedroht wird, gibt es in der Druck- und Metallindustrie, im öffentlichen Dienst sowie im Einzelhandel in der Regel zumindest Warnstreiks. (dab)

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management. 1/2017. Jahresabo: 80 Euro. http://­budrich-journals.de/­index.php/indbez

Weniger Klarheit

Der aktuelle Express beschäftigt sich mit der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur sogenannten Tarifeinheit. Stefan Sell von der Hochschule Koblenz betont, der Beschluss, das Gesetz für »weitgehend« verfassungskonform zu erklären, führe nicht zu mehr Klarheit, sondern eröffne zahlreiche Baustellen. In vielen unklaren Fragen sollen die örtlichen Gerichte entscheiden – die damit heillos überfordert sein dürften. (dab)

Express. Zeitung für sozialistische Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit, 7/2017, 16 Seiten, 3,50 Euro. labournet.de/express

Abwanderung

Die WSI-Mitteilungen, Zeitschrift des gleichnamigen Instituts der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung, thematisieren in verschiedenen Beiträgen den »Arbeitsmarkt Wissenschaft«. Eine mit empirischen Erkenntnissen untermauerte These ist, dass der wissenschaftliche Karriereweg angesichts der vielen befristeten Arbeitsverträge und »persistierender Geschlechter­ungleichheit« an Attraktivität verliert. Viele »intrinsisch hoch motivierte Forscherinnen und Forscher« wanderten ins Wissenschaftsmanagement, in Unternehmen, in die Politikberatung oder ins Ausland ab. (dab)

WSI-Mitteilungen 5/2017, ­Jahresabo: 94,80 Euro (Studierende: 49,80 Euro). wsi-mitteilungen.de

junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 01.08.2017, Seite 15, Betrieb & Gewerkschaft

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!