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Inspekteur: Wehrmacht nicht traditionsstiftend

Berlin. Angesichts der offenkundigen rechten Umtriebe in der Bundeswehr hat Generalinspekteur Volker Wieker den Soldaten mitgeteilt, dass die faschistische Wehrmacht für die heutige Truppe »nicht tradi­tionsstiftend« sein könne. Grund sei, dass sie einem »Unrechtsregime gedient« habe, sagte er am Sonntag im Interview der Woche des Deutschlandfunks. Mit dieser Aussage würden die damaligen Soldaten aber »in keiner Weise« stigmatisiert.

Wieker bedauerte zugleich andauernde Mängel bei der »inneren Führung« der Streitkräfte. Er erhalte täglich Meldungen über Verstöße. Deshalb müsse man von der Kompanieebene bis in die oberen Hierarchien hinein fragen, was die Befehlshabenden daran hindere, »innere Führung richtig vorzuleben«. Im Mai hatten Enthüllungen über einen terrorverdächtigen Offizier für Wirbel gesorgt, dessen »völkisches Gedankengut« in seiner Einheit lange zuvor bekannt gewesen war. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 10.07.2017, Seite 4, Inland

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