Zum Inhalt der Seite

Klinik führt doch ­Abtreibungen durch

Dannenberg. Die Capio Elbe-Jeetzel-Klinik in Dannenberg hatte angekündigt, keine Abtreibungen mehr nach der Beratungsregelung durchführen. Wie die Elbe-Jeetzel-Zeitung am vergangenen Freitag berichtete, begründete der neue Chefarzt der gynäkologischen Abteilung, Thomas Börner, diese Entscheidung mit seinem christlichen Glauben. Es hieß, die Klinikleitung stehe hinter ihm. Am Mittwoch berichtete der NDR, dass der Geschäftsführer des Klinikkonzerns Capio Deutschland, Martin Reitz, ein Abbruchverbot für die gesamte Klinik nicht dulden werde. Zwar respektiere man die Entscheidung des einzelnen Mitarbeiters. »Gleichwohl stehen für uns der individuelle Wunsch und das gesundheitliche Wohl der Patientinnen stets an erster Stelle«, so Reitz. Derzeit werde ein Kompromiss gesucht, notfalls »müsse man getrennte Wege gehen«. Der Intervention der Konzernleitung war ein breiter Protest von Beratungsstellen und Landespolitikern, unter anderem der Gesundheitsministerin Niedersachsens, Cornelia Rundt (SPD), vorausgegangen. (jW)

junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 10.02.2017, Seite 15, Feminismus

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!