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Niedriglohn

Kaum jemand will ­Pakete ausliefern

Braunschweig. Lieferdiensten fehlt im Weihnachtsgeschäft Personal. In den kommenden Jahren könnten der Branche Tausende Arbeiter fehlen, um den stetig wachsenden Paketstrom bewältigen zu können, sagte Martin Frommhold, Sprecher von Hermes Europe, der Deutschen Presseagentur. »Der Arbeitsmarkt ist ziemlich abgegrast. Wenn sich jemand aussuchen kann, ob er für knapp neun Euro Pakete ausfährt oder für ein Sicherheitsunternehmen nachts ein Kaufhaus bewacht, dem fällt die Wahl nicht schwer.« »In der Branche herrscht jetzt zum Weihnachtsgeschäft in ganz Deutschland ein Riesenpersonalmangel«, sagte auch der Sekretär für den Bereich Post und Logistik bei der Gewerkschaft ver.di Niedersachsen/Bremen, Thomas Warner. »Selbst die Zeitarbeitsfirmen haben kaum noch Leute, um den Bedarf zu decken.« Für viele Werkvertragsarbeiter bedeute das häufig einen Zehnstundentag bei sechs Arbeitstagen in der Woche. Eine Strategie gebe es laut Hermes-Sprecher Frommhold nicht. »Auf lange Sicht bräuchte es wohl eine bessere Bezahlung.« Das sei jedoch angesichts der niedrigen Preise in der Branche kaum möglich. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 23.12.2016, Seite 5, Inland

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