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Doping: McLaren zum Rapport

Moskau. Die russische Kommission zur Untersuchung der Vorwürfe von Staatsdoping will die Führung der Weltantidoping­agentur WADA zur Vernehmung vorladen. Die Berichte der WADA hätten weder das Doping russischer Sportler noch die Verwicklung staatlicher Stellen konkret belegt, sagte der Sprecher des staatlichen Ermittlungskomitees, Wladimir Markin, am Dienstag in Moskau der Agentur TASS zufolge. Deshalb sei es nötig, WADA-Präsident Craig Reedie und den Sonderermittler Richard McLaren zu vernehmen. »Dazu werden die zuständigen Behörden der entsprechenden Länder um Rechtshilfe ersucht«.

McLaren hatte in einem Bericht keine gerichtsfesten Beweise für staatlich gestütztes Doping in Russland präsentiert, aber Indizien. Dies wurde zur Begründung eines Teilausschlusses der Sportnation von Olympia in Rio und eines Totalausschlusses von den Paralympics (7. bis 18. September) genutzt. Der »McLaren-Report« basierte auch auf Angaben des früheren Chefs des Moskauer Antidopinglabors, Grigori Rodschenkow. Inzwischen im US-Exil, hatte der die Verantwortlichen seines Heimatlandes der systematischen Manipulation von Dopingkontrollen bei den Winterspielen 2014 in Sotschi bezichtigt. Rodschenkow hatte eingeräumt, absichtlich 1.417 Dopingproben zerstört zu haben. Die russische Untersuchungskommission sieht nun »Grund zur Annahme, dass er von jemandem in der Führung der WADA dazu beauftragt wurde«. Diese Version werde »neben anderen in Betracht gezogen«. (sid/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 25.08.2016, Seite 16, Sport

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