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Zeugin stützt Vorwurf der Vergewaltigung

Berlin. Im Prozess gegen das Model Gina-Lisa Lohfink (siehe dazu jW vom 10.6. und 28.6.) hat die Verteidigung überraschend eine Zeugin mit einer ähnlichen Geschichte wie die der Angeklagten präsentiert. Vor dem Amtsgericht Berlin-Tiergarten berichtete am Montag Elena H., sie habe genau wie Lohfink gegen ihren Willen Sex mit dem Nachtclubangestellten Sebastian C. gehabt.

Die Staatsanwaltschaft wirft Lohfink vor, sie habe Sebastian C. und Pardis F. wider besseres Wissen der Vergewaltigung bezichtigt. Im Falle einer Verurteilung drohen der 29jährigen 24.000 Euro Strafe. Von den Männern angefertigte Handyvideoaufnahmen von der Juninacht im Jahr 2012 belegen, dass Lohfink währenddessen mehrmals »Hör auf« sagte und benommen wirkte. Elena H. sagte, sie sei 2004 zusammen mit C. in ihrer Wohnung aufgewacht, mit Schmerzen im Intimbereich. Sie habe den Mann damals nicht angezeigt, weil sie sich geschämt habe und die Verabreichung von K.-o.-Tropfen schwer zu beweisen sei.

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Vor dem Gebäude erklärten sich rund 50 Demonstranten solidarisch mit Lohfink. (AFP/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 12.08.2016, Seite 15, Feminismus

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