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Lesetip

»Mitgestaltung« bei Werkverträgen

Sogenannte Onsite-Werkverträge, also der Einsatz von Fremdfirmen auf dem Werksgelände, ist für Gewerkschaften und Betriebsräte problematisch – unter anderem, weil sie die Belegschaften fragmentieren, disziplinieren und verunsichern. Die Sozialwissenschaftler Markus Hertwig, Johannes Kirsch und Carsten Wirth analysieren in einem Beitrag für die Fachzeitschrift Industrielle Beziehungen, wie Betriebsräte darauf reagieren. Sie zeigen auf, dass die Interessenvertreter auch in dieser Frage größtenteils auf »ein Muster kooperativer Konfliktverarbeitung« setzen, »welches charakteristisch für das deutsche Modell der betrieblichen Arbeitsbeziehungen ist«.

Vor allem Betriebsräte in Großbetrieben, in denen Werkverträge intensiv genutzt werden, setzen zumeist auf »Mitgestaltung«. Auf der einen Seite erzielen sie damit »ansehnliche Regulierungserfolge« wie die Erweiterung von Mitbestimmungsrechten oder die Festlegung von Mindestarbeitsbedingungen in Fremdfirmen. Allerdings gelingt ihnen fast nie die tatsächliche Gleichstellung von Stamm- und Werkvertragsbeschäftigten. De facto schreitet die Zersplitterung der Belegschaften damit fort und wird – so die Autoren in ihrem Fazit – durch das Handeln der Betriebsräte noch legitimiert. (dab)

Industrielle Beziehungen – Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management. 2/2016. Jahresabo: 80 Euro. www.hampp-verlag.de

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Erschienen in der Ausgabe vom 02.08.2016, Seite 15, Betrieb & Gewerkschaft

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