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Erinnerungen einer Revolutionärin

Berlin. Das Leben von Hilde Kramer (1900–1974) steht im Mittelpunkt einer Lesung in der jW-Ladengalerie in Berlin-Mitte am kommenden Dienstag (8.9., 19 Uhr, Torstraße 6). Die Veranstaltung »Rebellin in München, Moskau und Berlin« findet in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung statt. Die Schauspielerin Rike Eckermann wird Auszüge aus den 2011 vom BasisDruck-Verlag veröffentlichten autobiogaphischen Fragmenten der Akteurin der Münchner Räterepublik 1918/1919 (siehe auch Rezension in jW vom 5.7.2013) vortragen.

Die Aufzeichnungen der Frau, die in Revolutionszeiten als »Rote Hilde« bekannt war, umfassen die Jahre 1901 bis 1924. Sie schildert darin ihre Kindheit, die das Waisenkind zum großen Teil im Landschulheim einer sozialdemokratischen und pazifistisch eingestellten Familie am Ammersee verbrachte, die Jugendjahre nach dem Ende des Ersten Weltkriegs in München, in denen sie bei der Familie Erich Mühsams wohnte, ihre Begegnungen mit Liebknecht in Berlin und Lenin in Moskau. In der Hauptstadt der Sowjetunion war sie 1920 und 1923 als Sekretärin und Übersetzerin für die Komintern tätig. Ihre Erinnerungen sind ein beeindruckendes Dokument selbstbestimmten Frauenlebens. (jW)

Egon Günther (Hrsg.): Hilde Kramer. Rebellin in München, Moskau und Berlin. Autobiographisches Fragment 1900–1924. BasisDruck Verlag, Berlin 2011, 259 S., 16,80 Euro

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Erschienen in der Ausgabe vom 04.09.2015, Seite 15, Feminismus

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