Zum Inhalt der Seite

Nur Verlierer belästigen Frauen

San Francisco. Sexualisierte Belästigung und sexistische Bedrohungen in Onlinenetzwerken haben in den vergangenen Monaten dazu geführt, dass sich Aktivistinnen aus eben diesen zurückgezogen haben – teils öffentlichkeitswirksam. Die Sozialwissenschaftler Michael Kasumovic (Universität New South Wales) und Jeffrey Kuznekoff (Universität Miami) haben am Mittwoch im Internetwissenschaftsjournal Plos One eine Studie veröffentlicht, in der sie den Gründen die Bedrohungen auf den Grund gehen. Für die Studie bewerteten sie, wie Männer sich Frauen gegenüber im Videospiel »Halo 3« verhielten. Demnach belästigen vor allem solche Männer Frauen, die, verglichen mit den restlichen Spielern, schlechter abschneiden. Männer, die sich gut schlugen, verteilten dagegen eher Komplimente an andere Spieler über den Chat – unabhängig von deren Geschlecht. Kasumovic meint, die Ergebnisse seien auf die reale Welt, etwa im Beruf, übertragbar, da die Sphäre der Onlinespiele bisher eine männlich geprägte war. Frauen würden als Eindringlinge wahrgenommen, gegen die sich schwächere Männer wehren, um ihren Platz in der sozialen Hierarchie zu verteidigen. Dies decke sich mit anderen Studien, etwa aus dem Bereich der Evolutionsbiologie. (jW)

www.kurzlink.de/sexist-losers

→ Sie können uns auch mit einer Spende unterstützen
Erschienen in der Ausgabe vom 24.07.2015, Seite 15, Feminismus

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!