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»Perlen aus Freital« wieder verfügbar

Freital/Berlin. Die »Perlen aus Freital« standen am Wochenende kurz vor dem Aus: Eine Woche lang war der Tumblr-Blog online, in dem anonyme Aktivisten rassistische Posts aus der Kleinstadt bei Dresden gesammelt hatten, in der seit langem gegen eine neue Flüchtlingsunterkunft mobil gemacht wird. Mehr als 300.000 Menschen hatten den Blog aufgerufen, nachdem eine aus dem Ruder gelaufene »Bürgerversammlung« bundesweite Schlagzeilen gemacht hatte. Bis der Administrator selbst die Seite vom Netz nahm. Laut Tagesspiegel hatte es konkrete Drohungen gegeben, ihn zu enttarnen, sehr detailliert seien Konsequenzen für ihn und seine Angehörigen angekündigt worden. Seit Sonntag aber sind die »Perlen aus Freital« wieder da, administriert von anderen, wiederum anonymen Aktivisten. Die Namen in den gesammelten rassistischen Posts und die jeweilige Quelle werden nach wie vor genannt, verpixelt werden nur die Gesichter. (jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 15.07.2015, Seite 15, Antifaschismus

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