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Südafrika: Massaker an Arbeitern war »Fehler«

Kapstadt. Südafrikas Präsident Jacob Zuma hat sich selbst und seine Regierung von der Verantwortung für das Polizeimassaker von Marikana freigesprochen. Zuma fasste am Donnerstag abend im Staatsfernsehen den Bericht einer Untersuchungskommission zusammen, die sich über zwei Jahre lang mit dem Einsatz auseinandergesetzt hatte, bei dem am 16. August 2012 Polizisten 34 streikende Bergarbeiter erschossen hatten. Der Staatschef hatte den ebenfalls am Donnerstag abend veröffentlichten Report, in dem im Gegensatz zu Zumas Darstellung sehr wohl Kritik am damaligen Polizeiminister geübt wird, zuvor drei Monate lang zurückgehalten. Die Hauptschuld sieht die Kommission dem Bericht zufolge in »taktischen Fehlern« der Polizei, sowie beim Bergbaukonzern Lonmin und den streikenden Gewerkschaften selbst. Kein einziger Polizist ist bisher belangt worden. Mindestens zwei Zeugen der Untersuchungskommission wurden ermordet. (jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 27.06.2015, Seite 1, Ausland

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