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Autofahren als »Terrorismus«

Riad. Zwei wegen Autofahrens inhaftierte Frauenrechtlerinnen sind nach Angaben von Unterstützerinnen in Saudi-Arabien an ein Sondertribunal für »Terrorismus« überwiesen worden. Die Entscheidung fiel bei einer Gerichtsanhörung in Al-Ahsa in der Östlichen Provinz, wie Aktivistinnen am 25. Dezember mitteilten.

Ludschain Hathlul sitzt seit dem 1. Dezember in Haft. Sie hatte versucht, mit dem Auto aus den benachbarten Vereinigten Arabischen Emiraten nach Saudi-Arabien zu fahren. Die zweite Angeklagte, die Journalistin Maisa Al-Amudi aus den Emiraten, wurde festgenommen, als sie zur Unterstützung Hathluls an die Grenze kam.

Saudi-Arabien ist das einzige Land der Welt, in dem Frauen das Autofahren verboten ist. Die genauen Anschuldigungen waren zunächst nicht bekannt. Den Unterstützerinnen zufolge zielten die Ermittlungen jedoch mehr auf die Aktivitäten der Frauen in Onlinemedien ab als auf den Verstoß gegen das Fahrverbot. Hathluls Anwalt erklärte, er wolle Widerspruch gegen die Überweisung seiner Mandantin an ein »Terrorismus«-Tribunal einlegen.

(dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 02.01.2015, Seite 15, Feminismus

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