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NSU-Ausschuss für Sachsen gefordert

Dresden. Kerstin Köditz, Sprecherin für antifaschistische Politik der Linksfraktion im sächsischen Landtag, hat ihre Forderung nach Einsetzung eines Untersuchungsausschusses zum »Nationalsozialistischen Untergrund« (NSU) auch im Freistaat bekräftigt. »Neuere Erkenntnisse unterstützen die Einschätzung, dass die Aufklärung der Hintergründe des NSU-Komplexes auch in Sachsen fortgesetzt werden muss«, erklärte sie Ende vergangener Woche in Dresden. So habe die Staatsregierung auf eine kleine Anfrage, die sie zu einer DVD mit dem Namen »NSU/NSDAP« gestellt hatte, geantwortet, dass am 28. März 2014 ein Unterordner des Datenträgers gefunden worden sei, der auf den früheren V-Mann »Corelli« zurückgeführt wird. Am selben Tag hatte das Land ein Verbot für die militante Neonazigruppe »Nationale Sozialisten Chemnitz« (NSC) ausgesprochen. Die Wohnungen von NSC-Mitgliedern wurden durchsucht. Nach Angaben von Köditz hatten Führungskader der Gruppierung bzw. der Vorgängerorganisationen mindestens Kontakte zu Mitangeklagten von Beate Zschäpe.

Da das »NSU-Trio«, also Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt, über einen längeren Zeitraum zunächst in Chemnitz lebte, sei nun zu untersuchen, »welche weiteren Unterstützungsleistungen aus der dortigen Neonaziszene« es für den NSU gegeben habe und weshalb sächsische Behörden davon nichts wussten, so die Abgeordnete.
(bern)

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Erschienen in der Ausgabe vom 12.11.2014, Seite 15, Antifaschismus

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