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Paris: Freispruch für neun Femen-Frauen

Paris. Neun Aktivistinnen der feministischen Gruppe Femen sind nach einer Aktion in der Pariser Kathedrale Notre-Dame vom Vorwurf freigesprochen worden, eine Glocke beschädigt zu haben. Ihnen könne nicht nachgewiesen werden, daß sie für die Beschädigung verantwortlich seien, urteilte ein Pariser Gericht am Mittwoch. Die Staatsanwaltschaft, die für jede Beteiligte eine Geldstrafe von 1500 Euro gefordert hatte, legte umgehend Berufung ein.

Die Frauen waren im Februar 2013 in die Kathedrale eingedrungen, hatten sich auf den Sockel der dort gerade ausgestellten neuen Glocken gesetzt und ihre mit Slogans wie »Glaubenskrise« bemalten Oberkörper entblößt. Dazu riefen sie »Pope no more« (»Kein Papst mehr«). Außerdem schlugen sie mit Holzstöcken auf die Glocken. Die Verantwortlichen der Kathedrale warfen ihnen vor, dabei eine beschädigt zu haben. Die Frauen beteuerten, sie hätten die Stöcke mit Filz überzogen.

Drei Mitarbeiter der Kathedrale, die die Frauen aus dem Kirchengebäude geschleift und zwei von ihnen mißhandelt haben sollen, wurden am Mittwoch, wie von der Staatsanwaltschaft gefordert, zu Geldstrafen von 250, 300 und 500 Euro auf Bewährung verurteilt.

(AFP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 12.09.2014, Seite 15, Feminismus

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