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Springer und Politico europaweit

Berlin. Die US-Nachrichtenseite Politico und der Verlag Axel Springer wollen gemeinsam eine europäische Webseite für Politiknachrichten aufbauen. Das neue Medienunternehmen soll in Brüssel sitzen und »fundierte Berichterstattung über europäische Politik« liefern, teilte Springer am Dienstag abend mit.

Politico und Springer sind jeweils zu 50 Prozent an dem Unternehmen beteiligt. Das Wall Street Journal berichtete, daß Springer und Politico einen zweistelligen Millionen-Dollar-Betrag in das neue Unternehmen stecken würden. Springer wollte dies auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa nicht kommentieren. Weitere Informationen sollen in den kommenden Wochen bekanntgegeben werden, erklärte ein Sprecher.

Mit dem gemeinsamen Medium setzt Politico zum Sprung nach Europa an. Die Nachrichtenwebseite wurde 2007 in der US-Hauptstadt Washington gegründet und hat zur Zeit ihre Geschäftsadresse in Arlington/Virginia. Nach dpa-Lesart krempelte sie »mit einer aggressiven Berichterstattung den amerikanischen Politikjournalismus um«.

So verschickt Politico jeden Morgen charakteristische E-Mails, die wichtige Nachrichten des kommenden Tages gemeinsam mit eigenen Exklusivgeschichten sowie Klatsch und Tratsch aus der Welt der Politik verbreiten. Geld verdient Politico auch mit einem teuren Abonnementdienst für Politiker, deren Mitarbeiter und diverse Lobbyisten.

Mittlerweile zählt die Webseite zu einem der größten Konkurrenten der traditionsreichen Washington Post – eben jener Tageszeitung, bei der die Politico-Gründer John Harris und Jim VandeHei vorher gearbeitet hatten.

Politico.com hat nach eigenen Angaben monatlich zwischen vier und fünf Millionen Leser. Zudem wird täglich eine kostenlose Printzeitung mit einer Auflage von etwa 35000 Stück in Washington und New York verteilt. Alle zwei Monate erscheint ein Hochglanzmagazin.

(dpa/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 11.09.2014, Seite 15, Medien

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