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Wenig Chefinnen im öffentlichen Dienst

Berlin. Der Anteil von Frauen in Führungspositionen öffentlicher Unternehmen liegt deutlich unter den von Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) gewünschten 30 Prozent. In den Chefetagen der größten Unternehmen, die mindestens zur Hälfte Bund, Ländern oder Gemeinden gehören, sind gerade einmal 14 Prozent der Posten mit Frauen besetzt, wie eine am Mittwoch von Schwesig vorgestellte Studie zeigt. In den Aufsichtsgremien kommen diese Betriebe immerhin auf 25,1 Prozent Frauenanteil. Laut dem neuen »Public Women-on-Board Index« sieht es auf kommunaler Ebene noch am besten aus. Dort stellten Frauen 29,6 Prozent der Mitglieder in Aufsichtsgremien und 17,1 Prozent der Führungskräfte.

Schwesig forderte, die rund 14000 öffentlichen Unternehmen dürften nicht hinter dem zurückbleiben, was die Bundesregierung von der Privatwirtschaft verlange. Nach ihren Angaben gibt es bereits seit 1994 eine Vorschrift, die in öffentlichen Firmen eine Besetzung der Chefetagen je zur Hälfte mit Frauen und Männern vorschreibe. »Leider hat sich bisher keiner daran gehalten«, so die Ministerin. Künftig sollten aber auch Unternehmen, die bislang von der Regelung gar nicht erfaßt seien, darunter fallen, etwa die Deutsche Bahn oder die Deutsche Flugsicherung. Dies sieht der Gesetzentwurf von Schwesig und Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) vor, der für Aufsichtsgremien großer Unternehmen eine Frauenquote vorsieht. Danach müssen Firmen, die börsennotiert und voll mitbestimmungspflichtig sind, ab 2016 die Posten in ihren Aufsichtsräten zu mindestens 30 Prozent mit Frauen besetzen.
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(AFP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 04.07.2014, Seite 15, Feminismus

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