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Bayer produziert »nicht für Inder«

Berlin. Der Vorstandsvorsitzende der Bayer AG, Marijn Dekkers, hat für Empörung gesorgt. Wie in der vergangenen Woche durch einen Bericht der Bloomberg Businessweek bekannt wurde, hatte er Anfang Dezember bei einer Veranstaltung erklärt: »Wir haben dieses Medikament nicht für den indischen Markt entwickelt. Wir haben es für Patienten im Westen entwickelt, die es sich leisten können.« Es geht um das von Bayer hergestellte Krebsmittel Nexavar. Im März 2012 hatte das indische Patentamt einem dortigen Unternehmen die Lizenz zur Herstellung eines wirkstoffgleichen Medikaments erteilt, weil Bayer seine Medizin nicht zu erschwinglichen Preisen in Indien angeboten hatte.

Philipp Frisch von Ärzte ohne Grenzen kritisierte Dekkers. Dessen Aussage biete »einen aufschlußreichen und erschreckenden Blick in das Innenleben der Pharmaindustrie«. (jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 27.01.2014, Seite 1, Kapital & Arbeit

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