Zum Inhalt der Seite

Attacken von Riek Machar

Einer der Gründe, weshalb Kritiker vor der Abspaltung des Südsudan warnten, heißt Riek Machar. Machar gehörte zu den ersten Kämpfern der Sudan People’s Liberation Army (SPLA), die 1983 den Krieg gegen Khartum begann. 1991 zerstritt er sich mit SPLA-Chef John Garang, spaltete eine Fraktion ab (»SPLA-Nasir«) und startete brutale Attacken auf seine früheren Gefährten. Berüchtigt ist unter anderem das Massaker von Bor 1991, das er verantwortet; dabei wurden von seinen Milizen bis zu 2000 Zivilisten niedergemetzelt. Sie gehörten den Dinka an, während Riek Machar Nuer ist. Machar hat sich 2002 wieder auf die Seite der SPLA geschlagen, ist 2005 Vizepräsident des autonomen Südsudan und 2011 Vizepräsident der Republik Südsudan geworden; Kritiker aber wollten nie ausschließen, daß es erneut zu Kämpfen zwischen ihm und Garangs Nachfolger Salva Kiir kommen könnte, zumal Salva Kiir vorgeworfen wird, Macht und Reichtum bei den Dinka zu konzentrieren. Warnungen, ein vom Norden abgetrennter Südsudan könne in derlei Machtkämpfen versinken, wurden vom Westen jedoch in den Wind geschlagen – aus geostrategischen Motiven.

(jk)
junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 17.01.2014, Seite 3, Schwerpunkt

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!