Zum Inhalt der Seite

Extremkatholiken keilen aus

Berlin. Das Internetpublikum ist begeistert – stramme Katholiken sind hell empört: Jetzt ruft die rechtsextreme Piusbruderschaft dazu auf, die Satirikerin Carolin Kebekus wegen ihres kirchenkritischen Video-Raps »Dunk den Herrn« anzuzeigen. Für klagewillige Katholiken stellen die Wächter des wahren Glaubens sogar eine Anzeigenvorlage online. In dem Rap hatte Kebekus sich nicht nur über die Kirche lustig gemacht, sondern auch noch im Nonnenkostüm lustvoll an einem Kruzifix geleckt. Das sei ein »Verhöhnungssong« mit »Katholiken-verspottendem Text«.

Schon in der vergangenen Woche gab es Ärger um den Videoclip: Der WDR hatte ihn aus dem Programm genommen, was der Redaktionsleitung den Vorwurf der Zensur einbrachte. Auf Youtube jedenfalls wurde er zum Renner: Vor einer Woche wurden erst 240000 Klicks registriert, bis zum gestrigen Mittwoch hatte sich die Zahl mehr als verdreifacht.
(jW)
junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 13.06.2013, Seite 15, Medien

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!