Zum Inhalt der Seite

Hauptverdächtiger in Paris angeklagt

Paris. Nach der Skinheadattacke auf einen jungen Antifaschisten in Paris ist der Hauptverdächtige wegen Gewaltanwendung mit tödlichen Folgen angeklagt worden. Der Vorwurf der Tötungsabsicht wurde aber nicht aufrechterhalten, wie am Samstag aus Justizquellen in Paris verlautete. Damit übernahm der Untersuchungsrichter nicht die Sichtweise der Staatsanwaltschaft. Vielmehr ging er davon aus, daß der 20jährige Skinhead Esteban M. nicht beabsichtigt hatte, den 18jährigen Clément M. zu töten. Der Beschuldigte wurde in Untersuchungshaft genommen. Der französische Student war am Mittwoch abend bei einer Auseinandersetzung mit Neonazis schwer verletzt worden und starb am Donnerstag im Krankenhaus.

Die Polizei nahm insgesamt acht Verdächtige fest, unter ihnen den mutmaßlichen Haupttäter. Mehrere der Festgenommenen sollen dem Umfeld der neonazistischen Gruppe Nationalistische Revolutionäre Jugend (JNR) angehören. Derweil ordnete Regierungschef Jean-Marc Ayrault die Auflösung der JNR an. Wie sein Büro am Samstag mitteilte, wies er Innenminister Manuel Valls an, »unverzüglich« Schritte für ein Verbot der Gruppe einzuleiten.
Anzeige


(AFP/jW)
→ Sie können uns auch mit einer Spende unterstützen
Erschienen in der Ausgabe vom 10.06.2013, Seite 7, Ausland

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!