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Konsequenzen aus Boston

Das FBI hat auf der Internet-Videoplattform YouTube Aufnahmen einer Überwachungskamera des Boston-Marathons hochgeladen. Was sofort neben der mehrheitlich negativen Nutzerbewertung auffällt ist die deaktivierte Möglichkeit, einen Kommentar zu hinterlassen. Bis vor wenigen Tagen schien sich auf der Plattform kein Mensch für den FBI-Kanal zu interessieren. Das Interesse am »Social network«-FBI wurde erst durch das Boston-Video geweckt, das etwa 18500000mal aufgerufen wurde – das sind mehr als viermal so viele Aufrufe, wie die anderen 171 FBI-Videos in den letzten zwei Jahren zusammen erreicht haben. Zum Vergleich: ein Baby, das einem kleinen Jungen in den Finger beißt, bringt es auf über 500000000 Klicks.

Es scheint nun notwendig, daß sich die Bundespolizei unter der Leitung von Robert Mueller ein neues – sofern es bisher überhaupt eins gab – Social-Media-Konzept für die interessierten Online-Nutzer überlegt. Ein erster Tip: Nach der Kommentar- auch die Bewertungsfunktion ausstellen – ist besser fürs Image. (bem)

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Erschienen in der Ausgabe vom 23.04.2013, Seite 12, Feuilleton

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