Zum Inhalt der Seite

Zensur bei ­Guantánamo-Prozeß

Miami. Das US-Militär will die Anhörungen der Hauptangeklagten im Verfahren um die Anschläge vom 11. September 2001 zensieren. Der Militärrichter James Pohl entschied am Mittwoch, daß die Aussagen der Guantánamo-Häftlinge in dem Gefängnis auf dem US-Stützpunkt auf Kuba zu ihrer Festnahme und zu den Verhören nicht vollständig an die Öffentlichkeit gelangen dürfen. Damit sollen Prozeßbeobachtern etwa Aussagen zur Anwendung von Folter vorenthalten werden. Richter Pohl bestimmte, daß Journalisten, Beobachter und Angehörige die Aussagen der Häftlinge mit einer Zeitverzögerung von 40 Sekunden zu hören bekommen. In dieser Zeitspanne sollen die Sicherheitsoffiziere des Militärs Gelegenheit haben, den Ton abzudrehen. Mehrere Medien haben gegen dieses Vorgehen protestiert. Menschenrechtsgruppen kündigten an, gegen den Beschluß vorzugehen. (Reuters/jW)
junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 14.12.2012, Seite 1, Ausland

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!