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20.10.2012
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USA: Zwangsrasur für Gefangenen
Fort Belvoir. Der mutmaßliche Todesschütze vom US-Militärstützpunkt Fort Hood muß mit einer Zwangsrasur seines Bartes rechnen. Die Militärrichter eines Berufungsgerichts entschieden am Donnerstag (Ortszeit), daß von dem Angeklagten Nidal Hasan die Entfernung des Barts erwartet werden kann. Der US-Soldat wird beschuldigt, im November 2009 auf der Militärbasis im Bundesstaat Texas zwölf Soldaten und einen Zivilisten erschossen sowie 32 weitere Menschen verletzt zu haben. Die Anklage forderte bei einer Anhörung vor einem Militärgericht in Fort Belvoir im Bundesstaat Virginia vor einer Woche, daß sich Hasan für den Prozeß rasiere. Die Verteidiger argumentierten dagegen, das Gericht habe kein Recht, die Gesichtsbehaarung zwangsweise entfernen zu lassen. Hasan trage den Bart als Zeichen seines muslimischen Glaubens. Das militärische Berufungsgericht befand nunmehr, daß das Gesetz über die religiösen Freiheiten für einen Angehörigen des Militärs nicht das Recht beinhalte, in Uniform einen Bart zu tragen. Es sprach Hasan zugleich die »ernsthafte religiöse Überzeugung« ab. (AFP/jW)
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