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Frankfurt 2

Die US-amerikanische Feministin und Philosophin Judith Butler bekommt am 11. September den Adorno-Preis der Stadt Frankfurt am Main verliehen. Das ärgert Stephan J. Kramer, den Generalsekretär des Zentralrates der Juden in Deutschland. Auf Facebook bezeichnete er es als »Fehlgriff«, daß die »bekennende Israel-Hasserin« Butler den Preis bekommen soll. Butler hatte verschiedentlich die israelische Regierungspolitik kritisiert und 2006 in Berkeley Hamas und Hisbollah mißverständlicherweise der »globalen Linken« zugeordnet, später aber erklärt, daß sie nicht alles der »globalen Linken« akzeptiere und gewalttätigen Widerstand ebenso ablehne wie staatliche Gewalt. Auffällig ist der Essentialismus, mit dem Kramer über die hegelianische Diskurstheoretikerin spekukliert: »Daß sie selbst Jüdin ist, macht sie vielleicht zu einem lohnenden Studienobjekt für die Psychologie des Selbsthasses«. Demgegenüber erklärte Butler, daß es ein Fehler sei, anzunehmen, daß der Staat Israel das »Judentum in unserer Zeit« repräsentiere. (jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 31.08.2012, Seite 12, Feuilleton

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