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Erneut Protest gegen Sexualstraftäter

Stendal. Bei einer neuerlichen Demonstration vor dem Wohnhaus zweier entlassener Sexualstraftäter in Stendal (Sachsen-Anhalt) ist es am Freitag abend zu gewaltsamen Übergriffen gekommen. Wie die Polizei in Stendal erst am Wochenende mitteilte, haben etwa 50 Protestierer mehrfach versucht, eine Polizeikette zu durchbrechen und das Wohnhaus der 54 und 64 Jahre alten Männer im Ortsteil Insel zu stürmen. Die Beamten konnten dies jedoch verhindern. Niemand wurde verletzt. Linke und Grüne kritisierten die Vorfälle und nahmen Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) in die Verantwortung. Linke-Rechtsexpertin Eva von Angern appellierte an Haseloff, »endlich persönlich in Insel klar Position zu beziehen«. Ein eindeutiges Statement« von der Landesregierung, »daß diese Art der Selbstjustiz nicht toleriert wird«, forderte die Politische Bundesgeschäftsführerin der Grünen, Steffi Lemke.

Seit Monaten demonstrieren in dem Altmark-Dorf immer wieder Bürger gegen die beiden ehemaligen Häftlinge, die 2009 in Baden-Württemberg auf freien Fuß gesetzt worden waren. Dabei wurden die Protestierenden auch am Freitag erneut von Neonazis unterstützt. (jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 04.06.2012, Seite 4, Inland

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