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03.05.2012
- → Natur & Wissenschaft
Rauchbomben über französischem Akw
Wenige Tage vor der Präsidentschaftswahl überflog am Mittwoch ein Deutscher von Greenpeace das Atomkraftwerk im ostfranzösischen Bugey mit einem Motor-Gleitschirm. Nach Angaben der Umweltschutzorganisation warf er zwei Rauchbomben über der Anlage ab, bevor er in ihrem Inneren landete, wo er eine weitere Rauchbombe zündete. »Das Ziel dieser Aktion ist, eine Botschaft an die beiden Präsidentschaftskandidaten zu senden, die das Risiko der Atomkraft leugnen«, sagte Sophia Majnoni von Greenpeace Frankreich. Risiken eines Angriffs sollten aufgezeigt werden. Anders als in Deutschland seien in Frankreich Flugzeugabstürze noch nicht in die Sicherheitsanalysen einbezogen worden. Der Akw-Betreiber EDF versicherte, die Anlage sei nicht ernsthaft gefährdet worden. Laut Innenministerium wurde der Gleitschirm verfolgt, »bevor er die Anlage überflogen hat«. Es sei klar gewesen, daß es sich um einen Umweltschützer handelte.
Greenpeace veröffentlichte am Mittwoch auch ein Video von einem Überflug über die Wiederaufbereitungsanlage La Hague im November 2011. Nach Angaben der Organisation sind dort mehr als 10000 Tonnen verstrahlter Brennstäbe in Abklingbecken gelagert sowie 64 Tonnen Plutonium – in einfachen Gebäuden, die nicht speziell gegen eine Bedrohung aus der Luft gewappnet seien.
Frankreich ist der größte Atomstromproduzent Europas, drei Viertel des Stroms kommen aus den 58 Reaktoren des Landes. Bei den Präsidentschaftswahlen ist das kaum Thema. (AFP/jW)
Greenpeace veröffentlichte am Mittwoch auch ein Video von einem Überflug über die Wiederaufbereitungsanlage La Hague im November 2011. Nach Angaben der Organisation sind dort mehr als 10000 Tonnen verstrahlter Brennstäbe in Abklingbecken gelagert sowie 64 Tonnen Plutonium – in einfachen Gebäuden, die nicht speziell gegen eine Bedrohung aus der Luft gewappnet seien.
Frankreich ist der größte Atomstromproduzent Europas, drei Viertel des Stroms kommen aus den 58 Reaktoren des Landes. Bei den Präsidentschaftswahlen ist das kaum Thema. (AFP/jW)
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