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ver.di-Vorstand: Ohne Gegenkandidaten

Anders als beim ver.di-Bundeskongreß 2007 lief diesmal alles reibungslos. Vor vier Jahren hatten sich die Delegierten tagelang mit kaum etwas anderem beschäftigt als mit der Zusammensetzung des Bundesvorstands. Dieses Mal ging die Neuwahl ohne Chaos und Überraschungen über die Bühne. Vielleicht lag das daran, daß sich die 901 anwesenden Delegierten lieber über Sachthemen streiten wollten oder das Bedürfnis nach Einheit und Einigkeit sehr groß war.

Wie dem auch sei, sämtliche Bundesvorstandsposten wurden bis Montag abend ohne Gegenkandidaten und mit zumeist überzeugenden Mehrheiten besetzt. Alles andere hätte auch komplexe Folgen gehabt. Denn wegen der »Matrix«-Struktur der aus ÖTV, HBV, DPG, DAG und IG Medien hervorgegangenen Dienstleistungsgewerkschaft müssen bei der Besetzung der Leitungsgremien eine Vielzahl Kriterien beachtet werden: vor allem die Repräsentation der 13 Fachbereiche und der Landesbezirke, aber auch zum Beispiel die Einhaltung der Frauenquote. Letzteres hatte 2007 eine große Rolle gespielt, war heuer aber kein Problem. Neun der 14 Mitglieder des neuen Bundesvorstands sind weiblich.


Das beste Ergebnis erzielte erwartungsgemäß der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske, der mit 94,7 Prozent einen noch etwas größeren Stimmenanteil erhielt als vor vier Jahren. Mit 88,1 bzw. 85,3 Prozent wiedergewählt wurden auch seine beiden Stellvertreter Andrea Kocsis und Frank Werneke. Da die beiden bisherigen Vizechefs Margret Mönig-Raane und Gerd Herzberg nicht mehr kandidierten, halbierte sich die Zahl der Stellvertreter. Ein überraschend gutes Ergebnis verbuchte die für den Fachbereich Finanzdienstleistungen neu gewählte Beate Mensch, die sich kürzlich im Streik der Versicherungsbranche einen Namen gemacht hat. Das mit 59,1 Prozent mit Abstand schlechteste Resultat entfiel wie schon beim letzten Kongreß auf das ehemalige Mitglied der Hartz-Kommission, Isolde Kunkel-Weber. (dab)
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Erschienen in der Ausgabe vom 21.09.2011, Seite 3, Schwerpunkt

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