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Kirchensteuer: Banken sollen prüfen

München. Nach Angaben des Präsidenten der bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken, Stephan Götzl, plant die Bundesregierung, die Kirchensteuerpflicht jedes Kunden durch die Banken überprüfen zu lassen und die Steuer bei Finanzerträgen direkt abzuführen. Das von der Bundesregierung geplante Gesetz würde die informationelle Selbstbestimmung erheblich beeinträchtigen, teilte Götzl am Dienstag der Presse mit. Die Banken wären demnach gezwungen, die Kirchensteuerpflicht ihrer Kunden beim Bundeszentralamt für Steuern abzufragen. »Es ist nicht akzeptabel, daß Banken in Zukunft mit der Kirchensteuerpflicht Daten erheben müssen, die der Kunde, aus welchen Gründen auch immer, seinem Kreditinstitut nicht mitteilen möchte«, so der Verbandspräsident. Den Kreditinstituten entstünden sowieso durch die obligatorische jährliche Überprüfung der Kirchensteuerpflicht jedes Kunden hohe Kosten. (jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 03.08.2011, Seite 4, Inland

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